MEIN WEG ZUM UNTERNEHMER - PART 3

VORBEREITUNGEN

Mein Lieblingscafé

In den folgenden drei Wochen nahm ich mir jeweils einmal in der Woche einen Tag lang Zeit, um mich komplett auf meine neue Geschäftsidee zu konzentrieren. Einen Tag ohne irgendwelche anderen Pflichten und Aufgaben. Nur einen von sieben Tagen. Trotzdem merkte ich, wie die Zeit knapp wurde. Am Anfang war mir das gar nicht so bewusst. Ich dachte mir bei der Planung nicht wirklich viel. Mir war wichtig, dass ich meine Geschäftsidee und mein Privatleben trennte. Deshalb entschied ich mich auch für eine räumliche Trennung. Ich reservierte für die folgenden drei Dienstage einen Tisch in meinem Lieblingscafé. Dort traf ich mich auch schon mit Frau Fischer. An dieses produktive und kreative Treffen wollte ich anknüpfen. Vor einigen Tagen, kurz nach unserem ersten Treffen beschäftigte ich mich mit meinen Zielen und mit meiner Zielgruppe. Ich stellte eine genaue Rechnung auf. Aber das war noch lange nicht alles.

Mit meinem Laptop in der Hand öffnete ich die Tür meines Lieblingscafés. Es war gerade mal erst halb 9. Bis auf eine ältere Dame und zwei Mütter, die zwei Kinder im Arm hielten, war das Café leer. Paul, der Kellner kam auf mich zu. Guten Morgen Stefan. Wie geht es dir? Ich lächelte Paul an und erwiderte nur, dass alles in Ordnung sei und fragte ihn ob bei ihm alles klar sei. Paul erzählte von seinem Studium und seiner WG. Ich setzte mich an meinen Tisch, an dem ich sonst auch immer saß. Ohne, dass ich ein Wort sagte, brachte mir Paul einen Milchkaffee. Das ist Service, dachte ich mir. Ich bestellte zwei Croissants, eine Portion Rührei, ein kleines Früchtemüsli und machte mich an die Arbeit.

 

Ich breitete meine Notizen und einige Gründerbücher, die ich mir schon vor ein paar Tagen im Internet bestellt hatte, auf dem Tisch aus. Nachdem ich einen großen Schluck von meinem Milchkaffee trank, klappte ich meinen Laptop auf und suchte im Internet nach Kreuzfahrtanbietern. Neben Aida, gab es z.B. noch Tui Cruises, Msc Kreuzfahrten und Royal Caribbean. Anschließend schaute ich nach Routen, die Senioren auf einer Kreuzfahrt bevorzugten. Ich stellte fest, dass es dazu so gut wie nichts im Internet gab. Das würde wohl die Praxis erst zeigen.

Paul riss mich aus meinen Gedanken. Er stand vor mir und lachte mich freundlich an. Ich bemerkte, wie mir das Wasser im Mund zusammenlief. Beim Anblick des leckeren Frühstücks wurde ich noch hungriger. Besonders das Rührei sah einfach nur köstlich aus.

Seniorcruises

Nach dem Essen nahm ich gestärkt ein weißes Blatt Papier aus meiner Mappe. Nun wollte ich mir einen Namen überlegen. Und ein Logo. Ein Logo ist ja so wichtig. Ich drückte auf das obere Ende des Kugelschreibers und fuhr die Kugelschreibermine heraus. Ich war einsatzbereit. Es konnte losgehen. Ich drehte den Kugelschreiber in der rechten Hand rum. Immer wieder. „Mist“, dachte ich mir. Das hatte ich mir einfacher vorgestellt. Nun fiel mir dann doch endlich ein erster Namensentwurf ein: Groß´s Computerkurse für Senioren. Das hörte sich doch schon mal gut an. Wieso eigentlich etwas Deutsches? Hören sich englische Namen nicht viel cooler und moderner an? Was heißt Kreuzfahrt eigentlich auf Englisch? Ja, mein Englisch war nicht wirklich das Beste. In der Schule interessierte ich mich eigentlich immer nur naturwissenschaftlich, mathematische Fächer. Sprachen waren mir lästig. Ich dachte an die Vokabeltests. Aber es gibt ja Websites, auf der man solche Dinge nachschlagen kann. Dort fand ich dann die Antwort: „cruise“. Wie wäre es mit Seniorcruises. Seniorcruises. Oder vielleicht Seniortours? Das hörte sich doch auch gut an. Auf einmal sprudelten die Ideen so aus mir heraus. Letztlich entschied ich mich für den Namen: Seniorcruises. Was würde Frau Fischer wohl davon halten? Würde sie es auch so gut finden? Sie ist schließlich eine Frau vom Fach.

Am Nachmittag saß ich immer noch in meinem Café. Paul hatte nun Feierabend. Wir plauderten noch ein wenig. Vor mir auf dem Tisch stand meine ausgetrunkene Tasse. Ich bestellte bei dem anderen Kellner, der nun Paul ablöste, meinen sechsten Milchkaffee. Paul räumte die restlichen Tassen ab, verabschiedete sich von mir und ging nach Draußen. Mir fiel gar nicht auf, wie sehr es draußen regnete. Ich schaute raus. Meine Gedanken schweiften ab. In der Zwischenzeit kam mein Milchkaffee. Er holte mich wieder in die Wirklichkeit zurück. Ich schaute wieder auf mein Blatt.

Der Laptop

Gut. Der Name stand nun schon mal fest. Ich war stolz auf mich. Nun brauchte ich ein Logo. Ein Logo, was mich und meine Idee repräsentierte. Wie wäre es mit einem Laptop? Ja. Das passt doch. Ein Laptop der aufgeklappt ist. Diejenigen, die mich besser kennen wissen, dass ich eigentlich nie ohne meinen Laptop aus dem Haus gehe. Meine Frau sagte oft zu mir, mein Laptop wäre mein dritter Arm. Ich machte mit diesem Gerät so gut wie alles. Mein halbes Leben war dort gespeichert. Ja, ein Laptop würde gut passen. Oh. Mir fiel etwas ein. Diese Idee war blitzschnell gekommen. Ja. Und in dem Bildschirm ist dann ein Kreuzfahrtschiff zu sehen. Das war die Idee. Ich war begeistert. Zufrieden.

Ich malte das Schiff in meinem Logo blau an. Das würde ja gut zu dem Meer, der See passen. Dann überlegte ich nach einer Farbe, die zu Senioren passen würde. Braun. Natürlich. Meine Großmutter trug immer beige farbene knielange Röcke. Dazu kombinierte sie ein braunes Oberteil. Also würde der Rest des Logos braun werden.

 

In den folgenden zwei Dienstagen feilte ich an meiner Rechnung, meinen Notizen und meinem Logo. Erst jetzt bemerkte ich, wie viel Arbeit das alles war. Ich hatte das am Anfang völlig unterschätzt. Auf einem Blatt kritzelte ich ein paar Fragen, die ich Frau Fischer bei unserem nächsten Meeting gerne fragen würde. Wenn ich sie nicht aufschreiben würde, hätte ich sie bestimmt noch am nächsten Tag wieder vergessen. Unser nächster Termin war Übermorgen. Gespannt schaute ich auf die Uhr. Es war schon wieder spät geworden. Ich packte meine Sachen zusammen und freute mich auf meine Familie.

by Julia

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